Das Projekt der Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität (eIDAS 2)
La dématérialisation accrue des démarches et des échanges permet à chacun d’accéder à un large éventail de services en ligne, grâce à son identité numérique.
Während die Nutzung digitaler Identitäten in Europa immer stärker zunimmt, wächst der Bedarf an einem harmonisierten und sicheren Rahmen auf europäischer Ebene.
Genau auf diesen Bedarf antwortet die Schaffung einer Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität (European Digital Identity Wallet).
Welche Rolle spielt die eIDAS-2-Verordnung bei der Schaffung einer europäischen digitalen Identität? Wie wird diese europäische Brieftasche konkret funktionieren? Welche Ziele verfolgt sie?
Warum eine europäische digitale Brieftasche?
Der Bedarf an Harmonisierung auf EU-Ebene
Bislang verfügen die einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union jeweils über eigene Lösungen für die digitale Identität.
Diese ermöglichen es den Bürgerinnen und Bürgern zwar, sich sicher auszuweisen, werden aber nicht in allen EU-Staaten anerkannt.
Die Schaffung einer Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität im Rahmen der eIDAS-Verordnung in ihrer zweiten Fassung soll einen einheitlichen, harmonisierten und sicheren Rahmen für die elektronische Identifizierung in der gesamten Europäischen Union schaffen.
Mit dieser Brieftasche können Bürgerinnen und Bürger ihre Identität einfach und sicher nachweisen. Sie soll für alle zugänglich und in allen Mitgliedstaaten gültig sein und die Nutzung digitaler Dienste in ganz Europa erleichtern.
Die eIDAS-2-Verordnung: eine notwendige Weiterentwicklung
Der Wunsch nach einer digitalen Identität auf europäischer Ebene ist nicht neu. Die Verordnung (EU) Nr. 910/2014 (die sogenannte „eIDAS-Verordnung“), die am 23. Juli 2014 angenommen wurde, regelte bereits die elektronische Identifizierung, die Authentifizierung und die Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen.
Angesichts der starken Zunahme digitaler Aktivitäten hat die Europäische Kommission eine aktualisierte Fassung der Verordnung vorgeschlagen, um ihren Anwendungsbereich zu erweitern.
Die Schaffung einer Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität ist eine der zentralen Maßnahmen der Verordnung „eIDAS 2.0“.
Der Text wurde vom Europäischen Parlament und vom Rat angenommen und wird schrittweise anwendbar.
Alle wesentlichen Neuerungen und Änderungen der eIDAS-2.0-Verordnung finden Sie in unserem eigenen Beitrag.
Im Frühjahr 2023 wurden vier groß angelegte Pilotprojekte gestartet, um die europäische Brieftasche reibungslos und sicher einzuführen.
Ihr Ziel ist es, an der Infrastruktur, den technischen Merkmalen und den rechtlichen Aspekten der künftigen Brieftasche zu arbeiten.
Anschließend ist jeder Mitgliedstaat für die Einführung seiner Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität zuständig. Es handelt sich also um eine Umsetzung auf nationaler Ebene.
Wofür wird die europäische digitale Identität (eID) genutzt?
Die Identitätsprüfung online erleichtern
Die europäische digitale Brieftasche nach eIDAS 2 ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern sowie Einwohnern der EU, persönliche Identifikationsdaten und amtliche Dokumente in digitaler Form (über eine App) zu speichern: Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Visa, Abschlusszeugnisse, Nachweis über den Krankenversicherungsschutz usw.
Weitere Einsatzmöglichkeiten der europäischen digitalen Identität
Nutzerinnen und Nutzer der europäischen digitalen Brieftasche können anschließend:
- Ihre Identität nachweisen (sich identifizieren) und sich authentifizieren – gegenüber öffentlichen Diensten, bestimmten privaten Diensten und Online-Plattformen, die in der europäischen Verordnung über digitale Dienste (Digital Services Act – DSA) benannt sind.
- Eine Online-Transaktion freigeben, wenn eine starke Authentifizierung erforderlich ist.
- Dokumente online unterzeichnen – dank der elektronischen Signatur.
Wer ist von der künftigen europäischen digitalen Brieftasche betroffen?
Jeder Mitgliedstaat der Europäischen Union ist verpflichtet, sie allen seinen Bürgerinnen und Bürgern sowie Einwohnern anzubieten, die dies wünschen. Auch in der Europäischen Union niedergelassene Unternehmen können sie nutzen.
Für natürliche Personen ist sie kostenlos, die europäische digitale Brieftasche wird jedoch nicht verpflichtend sein. Sie beruht auf Freiwilligkeit und ersetzt weder Papierdokumente noch die nationalen digitalen Identitäten.
Die europäische digitale Brieftasche wird jeder Bürgerin und jedem Bürger sowie jedem Einwohner eines EU-Mitgliedstaats auf Antrag zur Verfügung gestellt. Sie ist nicht verpflichtend und ersetzt keine Ausweisdokumente aus Papier.
Anwendungsfälle der europäischen Brieftasche
Die Brieftasche kann insbesondere für zahlreiche Online-Vorgänge genutzt werden:
- Zugang zu öffentlichen Diensten (z. B. Beantragung eines Reisepasses oder Führerscheins),
- Eröffnung eines Bankkontos,
- Einschreibung an einer europäischen Universität,
- Vorlage von Angaben im Rahmen einer Reise,
- Anmietung eines Autos,
- Vorzeigen des Führerscheins bei einer Kontrolle.
Welche Vorteile bietet die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität?
Digitale Vorgänge in ganz Europa vereinfachen und harmonisieren
Die auch als „EU Digital Identity Wallet“ oder „EUDI Wallet“ bezeichnete Europäische Brieftasche für die Digitale Identität gilt in der gesamten Europäischen Union.
Mit der EU-Brieftasche für die digitale Identität können Bürgerinnen und Bürger der EU somit mit einer einzigen digitalen Identität auf öffentliche und private Dienste in den verschiedenen Mitgliedstaaten zugreifen.
Die eIDAS-2-Verordnung legt besonderen Wert auf die Interoperabilität des Systems.
Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben
Inhaberinnen und Inhaber der europäischen elektronischen Brieftasche können ausschließlich die für einen bestimmten Vorgang erforderlichen persönlichen Angaben weitergeben (Personenstand, Alter, Staatsangehörigkeit, Abschlüsse usw.), ohne weitere Daten übermitteln zu müssen.
So lässt sich beispielsweise die Gültigkeit des Führerscheins nachweisen, ohne die eigene Adresse preiszugeben.
Eine weitere wichtige Neuerung: Nutzer sind nicht mehr gezwungen, kommerzielle Anbieter zu nutzen, um sich online zu identifizieren und zu authentifizieren.
Sie behalten somit die Kontrolle über die Daten, die sie mit Dritten teilen, und können nachvollziehen, wann und mit wem sie diese geteilt haben.
Online-Vorgänge und den Zugang zu digitalen Diensten absichern
Nutzerinnen und Nutzer der Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität können ihre Online-Vorgänge sicher abwickeln, sei es bei öffentlichen oder privaten Diensten. Der Schutz der personenbezogenen Daten wird gewahrt. EUDI-Wallets müssen die Sicherheitszertifizierungen erfüllen.